Hemosch Archtop

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Die Geschichte

„Hemosch“ ist ein Wort, bei dem Kenner der deutschen Archtop- und Schlaggitarren-Szene leuchtende Augen bekommen. Hinter diesem Wortkonstrukt steht der Markneukirchner Metallblasinstrumentenmacher und Musikinstrumentenhändler Heinrich Moritz Schuster (HeMoSch), der 1906 das „Musikhaus Heinrich Moritz Schuster“ gründete. Da Gitarren in dem als Familienbetrieb geführten Musikhaus nicht hergestellt wurden, verlegte man sich in den Fünfzigerjahren jedoch auf den Verkauf von hochwertigen Gitarren verschiedener Hersteller – vornehmlich aus dem Vogtland - und ließ für den Weiterverkauf die Hardware mit dem eigenen Firmen-Logo „Hemosch“ gravieren.

Bei dem vorliegenden Instrument handelt sich vermutlich um eine Archtop-Gitarre aus der Familienwerkstatt Todt aus Siebenbrunn. Die drei Brüder, Erich, Herbert und Siegfried Todt, schufen eine Vielzahl hochwertiger Gitarrenmodelle und wie man in zeitgenössischen Katalogen findet, auch Instrumente für Musikalienhändler wie Heinrich Theodor Stark („Theosta“) und Heinrich Moritz Schuster („Hemosch“). Typisch für die Werkstatt Todt sind unter anderem die Sichel- und Katzenaugen-förmigen, oder wie bei diesem Instrument geteilte Schalllöcher, aufwendig gestaltete, und oft strahlenförmig verzierte Kopfplatten, sowie Armauflagen aus Materialien wie Kunststoff oder Holz.

Bei dieser Bauform handelt es sich um eine Single-Cutaway Archtop mit einer recht deutlichen Taillierung, schön ausgearbeiteter, konturierter Fichtendecke, sowie Zargen und Boden aus massivem Ahorn, die jeweils von einem mehrschichtigem Binding eingefasst sind. Der mehrteilige Hals trägt die seinerzeit typische Kopfplattenform und drei schlichte Mechaniken zu jeder Seite. Das Griffbrett ist aus Palisander gefertigt, weist einen Nullbund auf und ist mit 19 Bünden bestückt. Pfeilspitzenförmige Einlagen weisen dem Spieler die Lagen.

Die Saiten werden von einem kunstvoll ausgeformten und mit „Hermosch“ gravierten Saitenhalter über einen mehrstreifigen Steg und ein opulentes Schlagbrett aus Metall geführt, das zwei Rellog-Tonabnehmer und gleichzeitig deren Regelung durch vier Potis mit schwarzen Kunststoffknöpfen trägt. Der gealterte, inzwischen bernsteinfarbene Lack verleiht dem Instrument eine wundervolle Vintage-Optik. Fazit: Diese Hermosch dokumentiert ein herausragendes Stück deutscher Instrumentenbaukunst.

Technischer Zustand

Die Hemosch hat eine Halsbreite von 41 mm am 1. Bund. Ich habe den Hals abgerichtet und mit dem schmalen Wagner 6230 neu bundiert.
Die Decke hatte zwei Risse, die ich mit Fichte gespannt habe.
Die Konstruktion und die Materialien dieser Gitarre sind als sehr hochwertig zu bezeichnen. Ich stelle diese Hemosch auf die gleiche Stufe wie Gitarren von Lang, Roger oder Glassl.
Auch der Original Koffer ist mit dabei!