Gibson LP Deluxe Gold Top (Baujahr: 1969)

IMG6673b
front back d4 d3 d2 d1

Die Geschichte

1969: In England geben die Beatles ihr legendäres letztes Konzert auf dem Dach der Londoner EMI-Studios, die Rolling Stones gelingt mit ‚Honky Tonk Woman“ ein echter Evergreen und passend zur ersten Mondlandung singen Zager And Evans „In The Year 2525“.

Im Jahr 1969 verlässt diese Les Paul die Gibson Factory in Kalamazoo. Das Finish legt ihren Namen fest: Gold Top, ein Gibson-Klassiker seit den frühen Fünfzigerjahren, genauer gesagt bei den Les Pauls ab 1952. Doch das vorliegende Instrument birgt ein paar Besonderheiten. Diese sind dem Modell-Update geschuldet. Das Instrument wird fortan unter der Bezeichnung „Deluxe“ angeboten und zwischen 1969 und 1982 gebaut.

Mit dem Modellwechsel wird der Body der „Deluxe“ nicht mehr aus einem Stück gebaut, sondern aus zwei verleimten Stücken Mahagoni - genannt „Pancake“ - was klanglich nicht unbedingt ein Nachteil sein muss und optisch ohnehin kaum ins Gewicht fällt. Diese Les Paul trägt also schon teilweise die neuen Konstruktionsmerkmale. Die gewölbte Decke besteht natürlich nach wie vor aus Ahorn.

Anders der Übergang von Hals zu Kopflatte. Dieser Bereich der Fünfzigerjahre-Modelle ist recht zierlich und oft bruchgefährdet. Man entschließt sich bei Gibson diesen sensiblen Bereich mit einem Kragen zu stärken - es entsteht die sogenannte „Volute“. Diese ist jedoch beim vorliegenden Modell nicht vorhanden, was eventuell für einen Hals aus früherer Fertigung sprechen könnte.

Das Griffbrett ist aus schön gemaserten Palisander und trägt die typischen Perlmutt-Inlays. Die Kopfplatte ist links und rechts mit jeweils drei Kluson-Double-Ring-Mechaniken bestückt. Das Headstock wird vom Gibson-Logo geziert, die Glocke die als Stahlstababdeckung dient, trägt die fortan übliche Modellbezeichnung „Deluxe“.

Im Gegensatz zu den PAF-Humbuckern der Schwestern Standard und Custom werden bei Gibson ab 1969 die neuen Mini-Humbucker aus der Fertigung von Epiphone verbaut, die oft zu Unrecht verschmäht werden. Im Gegenteil: Diese Pickups sind oft nicht so „heiß“, haben einen schönen, ausgewogenen Vintage-Ton und tragen mitunter sogar den begehrten „Patent No.“-Sticker auf der Rückseite. Geregelt werden sie über den bekannten Toggle-Switch und je einen Volume- und Tone-Poti.

Das Binding am Griffbrett als auch das Schlagbrett, haben im Laufe der Jahre einen wunderbaren Creme-Ton entwickelt - ein echter Hingucker. Spezialisten wie Tom Murphy „agen“ Paulas für nicht gerade kleines Geld, um diesen Vibe hinzubekommen. Fazit: Ein äußerst interessantes „Transition“-Instrument mit Features aus zwei Jahrzehnten. Und schönem Vintage Flair.

Zu den bekanntesten Les Paul „Deluxe“-Playern gehören The Who-Gitarrist Pete Townshend und Thin Lizzys Scott Gorham.

Technischer Zustand

Diese Gitarre hat für ihre 45 Jahre erstaunlich wenig Spielspuren. Sie hat den typischen „buckle rush“ an der Rückseite.

Ich habe die Gitarre ca. im Jahr 2000 mit Dunlop 61/55 Bunddraht neu bundiert und perfekt eingestellt. Außerdem hat sie einen neuen Sattel (Vintage Bone) und Schaller Mechaniken sowie Schaller Securities bekommen. Das Buchsenblech habe ich auch getauscht. Der Rest ist zu 100 % Original.

 

Inkl. 70er Jahre Koffer