Fender Jaguar (Baujahr: 1965)

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Die Geschichte

Fender Jaguar, 1965
1965: Die ersten „Mofas“ knattern auf deutschen Straßen, ein Liter Benzin kostet 57 Pfennige. Die Rolling Stones belagern mit „(I Can’t Get No) Satisfaction“ zehn Wochen lang die britischen Charts, die Beatles kontern mit „Help“. Und in Deutschland schmettert Drafi Deutscher „Marmor, Stein und Eisen bricht.“

1965 verlässt diese Jaguar die Fender Factory in Fullerton, Kalifornien. Die Jahre zuvor wurde das Modell als Nachfolger der Jazzmaster auf dem Markt eingeführt. Die Jaguar basiert auf dem bewährten Erfolgskonzept einer Solidbody-Gitarre mit geschraubtem Hals und montierter Elektronik auf dem Schlagbrett.

Der Korpus wird wahlweise aus Esche oder Erle in leicht asymmetrischer Formgebung gefertigt, der Hals ist wie bei den Modell-Schwestern Telecaster und Stratocaster aus einem Stück Ahorn gefertigt und mit einem Griffbrett aus Palisander belegt. Im Inneren sorgt ein Stahlstab für beste Haltungsnoten. Wie die Jazzmaster hat auch die Jaguar eine kurze Mensur, was sie angenehm leicht bespielbar macht. 22 Bünde bieten dem Player Raum zur Entfaltung - immerhin ein Bund mehr, als das jazzige Schwesterchen. Am oberen Ende sitzt die typische Kopfplatte mit dem „Fender Jaguar“-Decal. Die üblicherweise rückseitig verbauten „6-in-line“ Kluson-Mechaniken verrichten perfekt ihren Dienst.

Ebenfalls typisch für Fender-Instrumente sind die auf dem Schlagbrett (hier in herrlichem Tortoise) installierten Pickups, in diesem Fall zwei Cyclone Single-Coil-Pickups, die im Unterschied zu denen der Stratocaster oft einen etwas höheren Output besitzen und wegen ihres charakteristischen Tons beliebt sind.

Die Schaltungsmöglichkeiten sind das Paradestück des Instruments. Auf der oberen verchromten Kontrollplatte befindet sich der Wahlschalter für die beiden Pickups, dazu zwei Drehregler für Lautstärke und Ton. Drei weitere Schieberegler am unteren Cutaway bieten Ein- und Aus-Schaltmöglichkeiten für die Pickups sowie die Möglichkeit eines „Out-Of-Phase“-Sounds. Am unteren Ende dienen zwei Potis auf einer ebenfalls verchromten Platte als Master-Regler für Ton und Lautstärke, direkt daneben befindet sich die Klinkenbuchse. Wie bei der Jazzmaster, ist auch bei der Jaguar ein Floating-Bridge-System mit Tremolo verbaut, auf dessen Grundplatte das Fender-Logo graviert ist.

Zudem ist an dem hier vorliegenden Modell einiges Besonders. Zunächst wurde die Kopfplatte nicht wie üblich naturbelassen und klarlackiert, sondern bekam eine farblich passende Lackierung zum Body, genannt „macthing headstock“ - in diesem Fall in „Translucent Blonde“. Diese Aufwertung wurde 1964 eingeführt, es wurden unter anderem Modelle in den Custom Colours Lake Placid Blue, Fiesta Red, Charcoal Frost Metallic, Shoreline Gold, Sonic Blue und Candy Apple Red und Olympic White angeboten.

Zudem ist der Hals dieser Jaguar mit einem Kunststoff-Binding eingefasst, ebenfalls eine optische Aufwertung. Die frühen Modelle - wie dieses - haben zudem die noch die schlichten Dot-Inlays. Ab 1966 wurde das Griffbrett dann mit Block-Inlays aus Perlmutt verziert.

1975 stellt die Fender die Produktion der Jaguar ein. Erst im Jahr 1999 besinnt man sich auf den Kultstatus des Instruments und legt kurzzeitig eine „1962 Reissue Serie“ auf.

Zu den ersten Musikern die die Jaguar spielten gehörten die Beach Boys, in den Neunzigerjahren erlangte das Instrument eine Renaissance im Grunge-Rock durch Acts wie Sonic Youth und Nirvana. Auch Red Hot Chili Peppers-Gitarrist John Frusciante spielte eine Jaguar.

Technischer Zustand

Ich habe die Gitarre mit Wagner 6230 neu bundiert und einen neuen Sattel eingesetzt. Die PUs und die gesamte Elektronik sind Original. Mit Binding und Dots wurde sie nur 1965/66 gebaut. Ein seltene Gitarre deren Sound und Optik umwerfend sind!